10.01.2017 / Communiqués / Bildung /

Universität Basel nicht aufs Spiel setzen

uni_baselDie Vorschläge der FDP Baselland zur Kostensenkung bei der Universität Basel zeugen von Unkenntnis in Bezug auf die Notwendigkeit einer starken Uni für den Forschungs- und Industriestandort Nordwestschweiz und somit auch den Kanton Basel-Landschaft. Die CVP Basel-Stadt wehrt sich mit Nachdruck dagegen, dass die angespannte Finanzlage des Kantons Basel-Landschaft zum Nachteil und einem irreparablen Schaden an der Universität Basel führt.

 

Die FDP BL schlägt vor, rund 40 Mio. bei Forschungsausgaben einzusparen. Mit einer Reduktion des Staatsbeitrages BL würde aufgrund des Staatsvertrages eine gleichgrosse Reduktion des Beitrages durch den Kanton Basel-Stadt einhergehen. Ein 80-Millionen-Aderlass ginge an die Lebenssubstanz der Uni und entsprechend unverständlich ist die Haltung der FDP BL für die CVP BS. Schliesslich sind insbesondere die in der Region Basel beheimateten Grossunternehmen der Pharma und Life-Science-Branchen auf Grundlagenforschung angewiesen. Die Streichung dieser Ausgaben würde einher gehen mit einem Verlust von lange und hart erarbeiteten Standortvorteilen.

 

Die CVP BS begrüsst Drittmittel und die Zusammenarbeit der Universität mit der Wirtschaft unter der Voraussetzung, dass die Unabhängigkeit der Universität und die Lehrfreiheit gewahrt bleiben. Diese gilt es unter allen Umständen zu verteidigen und falls notwendig zu priorisieren.

 

Eine Limitierung der Studierendenzahl als Vorschlag einer sich liberal nennenden Partei ist reichlich paradox und hat planwirtschaftliche Züge. Mit einer Beschränkung der Studierenden würde die Universität Basel nebst einem quantitativen Verlust auch einen erheblichen qualitativen Verlust erleiden. Bei der angedachten Erhöhung der Studiengebühren ist unbedingt die Lage und die Weltoffenheit Basels im Dreiländereck zu berücksichtigen, denn die Universität Basel ist nicht nur für die Nordwestschweiz, sondern auch für das angrenzende Ausland von zentraler Bedeutung. Keine Ausbildung, auch kein Hochschulstudium an einer öffentlichen Institution, ist selbsttragend. was aber dem Verständnis, dem Willen und dem Bedürfnis der breiten Bevölkerung im Bildungsbereich entspricht.

 

Das Postulat über neue Strukturen und Organisationsform erscheint äusserst vage und dürfte denn auch nicht viel mehr produzieren als heisse Luft. Eine komplette Überprüfung und Überarbeitung der Universitätsstrukturen und -organisation würde vor allem eines bewirken: Hohe Kosten. Dem Vorschlag die Abgeltung der Kantone zu prüfen, pflichtet die CVP BS hingegen bei. Allerdings fragt sich die CVP BS, warum die FDP BL dabei nicht auch den eigenen Kanton in die Pflicht nimmt und die Verantwortung als Partei eines Universitätskantons wahrnimmt.

 

Als wirklich wesentlichen Sparvorschlag möchte die CVP BS eine Überprüfung und allenfalls eine Konzentration der Fakultäten über alle Hochschulen der Schweiz vorantreiben. Dadurch könnten effektiv schweizweit Kosten gespart, Doppelspurigkeiten vermieden und das Angebot in Basel dennoch attraktiv gehalten werden.

 

Nicht zuletzt darf auch die Aussenwirkung einer nicht nachlassenden Diskussion um die Finanzierung der Uni nicht unterschätzt werden. Die Uni verliert für die Berufung von führenden Dozierenden an Attraktivität und sie droht in die akademische Mittelmässigkeit abzusinken. Nachdem die Uni aufgrund von sinkenden Rankings und der unseligen Leuchtturmdiskussion eh schon etwas im Gegenwind steht, sollte man ihr nun nicht noch die finanzielle Grundlage entziehen. Das Abrutschen der Uni in die akademische Mittelmässigkeit wäre für die Region Nordwestschweiz fatal.

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