02.03.2018 / Uncategorized / / , ,

CVP-Frauen Basel-Stadt sind über Entscheid im Ständerat empört

Seit 1981 ist das Prinzip der Gleichstellung von Mann und Frau in Artikel 8, Absatz 3 der Schweizerischen Bundesverfassung verankert. Der Absatz lautet: „Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“

Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt aber gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung immer noch 15,1%. Ein Lohngefälle, welches von Mann zur Frau und nicht umgekehrt führt!

Wie hätte der Ständerat in seiner Sitzung zur Abstimmung Gleichstellung/Lohngleichheit reagiert, wenn die Männer 15,1% weniger als die Frauen verdienen würden? Eine Situation, die sie nie kannten, nie kennen werden, aber doch irgendwie so stark prägen.

Die CVP-Frauen Basel-Stadt empfinden den Entscheid des Ständerates als Farce. Denn im 21. Jahrhundert gibt es einfach keinen Grund mehr, warum Frauen weniger als Männer verdienen sollen. Die Bekräftigung aller, Lohngleichheit sei wichtig und selbstverständlich, hat sich einmal mehr als reines Lippenbekenntnis erwiesen. Dieses Lippenbekenntnis ist beschämenderweise auch in den Reihen der CVP-Männer zu finden. Die ausgezeichneten Voten der CVP-Ständerätinnen Häberli-Koller und Seydoux-Christe zeigen einmal mehr, bürgerliche Frauen müssen vor allem bürgerliche Frauen in die entsprechenden Gremien wählen.

Freiwillige Massnahmen zeigen seit 37 Jahren keine Wirkung. Diese 37 Jahren haben einzig aufgezeigt, dass Selbstverantwortung und Lohngleichheit wohl nicht komplementär sind.  Nun ist es Zeit, zwingende Massnahmen zu ergreifen und den Verfassungsgrundsatz endlich in Kraft zu setzen. Es ist besonders nervig, wenn aus den Reihen der SVP, die sich normalerweise so stark für Verfassungsgrundsätze einsetzt, solche Kommentare kommen: «Mich hat der etwas wirtschaftsfeindliche Unterton in einigen Voten sehr gestört» (Hannes Germann). Die CVP-Frauen Basel-Stadt finden es besonders beunruhigend, dass die Wirtschaft scheinbar einen wichtigeren Stellenwert als die Gleichstellung hat.

Das vorgeschlagene Modell von Justizministerin Simonetta Sommaruga würde schlussendlich nur 54 Prozent der Firmen überhaupt betreffen. Diesen ersten Schritt haben die Männer im Ständerat schon wieder nicht geschafft. Eigentlich gehört eine 100-prozentige Lohngleichheit in 100 Prozent der Schweizerischen Firmen. Unsere entwickelte und reiche Gesellschaft kann sich nur schämen.

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