26.10.2018 / Communiqués / / ,

Und die Universität Basel?

Die bz Basel vom 25. Oktober berichtete über das Pilotprojekt der Europäische Union, «Europäische Universitäten», der den Bildungsaustausch in Europa stärken sollte. Die Universität Basel wird nicht aufgenommen, nachdem Sie wegen der Masseneinwanderungsinitiative bereits aus „Erasmus+“ herausgeworfen worden war. Fraktionspräsidentin Andrea Knellwolf vergleicht dies mit dem zukzessiven Zudrehen einer Pipeline und möchte vom Regierungsrat wissen, welche Optionen er nun verfolgen wird.

«2019 sollen 3 Milliarden Euro in junge Europäerinnen und Europäer und in die Schaffung Europäischer Hochschulen investiert werden». Diese neue Initiative ist ein wichtiger Baustein des europäischen Bildungsraums und schon 30 Mio. Euro sollen im Rahmen des Projekts «Europäische Universitäten» in Hochschulen investiert werden. Die EU-Kommission hat nun die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Projekt definiert. Es werden nur Bewerbungen aus EU-Mitgliedstaaten und «Erasmus+» Mitglieder berücksichtigt. Da die Schweiz – und damit die Universität Basel – einerseits keinen EU-Mitglied ist und anderseits wegen der SVP «Masseneinwanderungsinitiative» 2014 vom Austauschprogramm «Erasmus+» ausgeschlossen wurde, ist eine Teilnahme für sie unmöglich.

 Für ein Land, das keine Bodenschätze hat und dessen Hauptressourcen Bildung und Innovation darstellen, ist ein Spitzenplatz in der internationalen Bildungslandschaft und eine möglichst enge, globale Vernetzung mit anderen Universitäten von enormer Bedeutung. Forschung passiert nur, wenn über die Landesgrenzen hinweg Wissen ausgetauscht werden kann und ist mit einer reinen Binnensicht schlicht undenkbar. Für Basel als Life-Science-Cluster gilt dies noch verstärkt. Wie es scheint, driftet das Bildungsland Schweiz jedoch immer weiter von den internationalen „Bildungsströmen“ ab und muss versuchen, mit aufwändigen Sonderregelungen und Notlösungen, den Anschluss nicht zu verlieren. „Das kommt mir vor, wie wenn man einer ölfördernden Nation den bisher offenen Zugang zu einem bestehenden internationalen Pipeline-Netz erschweren oder verunmöglichen würde“, sagt Andrea Knellwolf.

Nun reicht die CVP-Fraktionspräsidentin eine Interpellation ein und fordert Aufklärungen vom Regierungsrat.  Besonders wichtig ist der Zukunftsplan der Regierung für die Förderung der Interessen des Bildungsstandorts Basel in Bundesbern.

Interpellation-UniBas-Erasmus-Knellwolf-26.10.2018

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