12.11.2019 / Communiqués / /

Basler CVP wünscht sich effizienteres Kulturleitbild 2020-2025

In ihrer Stellungnahme zum Kulturleitbild 2020-2025, fordert die CVP Basel-Stadt mehr Definition, Effizienz und Erneuerung für die Kulturstadt Basel in den kommenden Jahren. Die Vorlage der Regierung geht viel zu wenig weit und ist quasi aussichtslos. Zudem ist eine Zentrumsleistungsstrategie zu entwickeln.

Die Basler CVP ist der Meinung, dass das Kulturleitbild 2020-2025 zu viel Kontinuität und zu wenig Erneuerungen beinhaltet. Die Vorlage ist sehr konservativ aufgestellt und es fehlt an innovativen Ideen für die Kulturförderung der Stadt. Die CVP erwartet ein Leitbild mit Ecken und Kanten. Es werden zwar Wörter wie «Digitalisierung» und «Good Governance» erwähnt, aber was diese genau für unsere Kultur bedeuten und wo die Möglichkeiten für deren Umsetzung liegen, bleibt unklar. Diese Begriffe sollten in der Zukunft einen grösseren Stellenwert erhalten und gleichzeitig in klaren Konzepten – inklusiv Beispiele – erscheinen. Es ist der CVP bewusst, dass Beispiele in einem Leitbild schwierig sein können. Aber mit konkreten Beispielen, die nur Möglichkeiten aufzeigen müssen und nicht verbindliche Aktionen, werden die Massnahmen, die der Regierungsrat ergreifen möchte, klar. So wird die Vision für die Kulturstadt Basel spürbar und die Umsetzung des Leitbilds konsequenter.

Erlebnismuseen statt Bildungsmuseen

Die Basler CVP teilt die Meinung der Regierung, dass die Kultur sich digitalisieren muss. Der Partei ist es aber wenig klar, wo der Regierungsrat den konkreten Einfluss der Digitalisierung sieht. Im Kulturleitbild 2020-2025 werden die «Chancen der Digitalisierung» erwähnt. Es ist zwar offensichtlich, dass der Kulturbereich die digitale Kommunikation und Marketing Strategien nutzen muss. Um aber die Chancen der Digitalisierung auszuschöpfen, muss die Diskussion viel weiter gehen: in der Produktion, in den Ausstellungen, in den jeweiligen Projekten, in der Darstellung der Objekte usw. So stellt sich die Frage, inwiefern sich die Digitalisierung auch auf den Museumsbetrieb auswirkt. Soll z. B. auch im Historischen Museum weiterhin auf das Primat des Objektes als Ausstellungsgegenstand gesetzt werden, oder hat das Stichwort Digitalisierung auch dort seine Berechtigung, z. B. indem eine interaktive 3D Darstellung des Basler Erdbebens 1356 ins Auge gefasst werden könnte. Nur so können unsere Museen und Theater zu Erlebnisorten werden. Mit Innovation und Digitalisierung wird die Förderung der Partizipation möglich. Es gilt die Menschen aktiv in Ausstellungen und Theaterstücke einzubinden. Die Basler CVP wünscht sich mehr Erlebnismuseen und -theater als Bildungsmuseen und -theater.

Die Kultur gehört den Baslerinnen und Basler

Ein weiterer, für die CVP Basel-Stadt wichtiger Punkt, ist die Teilhaftigkeit der Bevölkerung an der Kultur, die im Kulturleitbild vermehrt thematisiert werden sollte. Für die Basler CVP ist diese im Leitbild noch zu lückenhaft. Die Baslerinnen und Basler besuchen ihre Museen und ihr Theater noch zu wenig. Das ganze Kulturleitbild ist sehr museumslastig und hier wird – wie im Theater – viel Geld investiert – primär natürlich von der Basler Bevölkerung. Der Return on Investment muss also dementsprechend klar und spürbar sein – vor allem für die eigene Bevölkerung. Der Regierungsrat muss konkrete Massnahmen entwickeln, damit auch Baslerinnen und Basler vermehrt die Museen und das Theater und somit diesen Institutionen teilhaftig werden. Ein Anreiz wäre vielleicht eine Art Gutschein, die den Basler Steuerzahlenden als eine Art Dividende für ihre steuerliche Unterstützung überreicht wird, mit dem sie zu verbesserten Bedingungen ins Theater oder ins Museum gehen können.

Zudem liegt es in der Verantwortung des Kantons Basel-Stadt eine Zentrumsleistungsabgeltungsstrategie zu entwickeln. Diese sollte auch im Kulturleitbild 2020-2025 einfliessen. Bei der Diskussion um die interkantonale Finanzierung des Kulturangebots in Basel-Stadt, wird immer Basel-Landschaft erwähnt und eingefordert. Die Basler CVP ist der Meinung, dass hier eine Diskussion um die Erweiterung der Strategie auf andere, stadtnahe Kantone fehlt. Menschen aus dem Kanton Solothurn und dem Fricktal nutzen das Basler Kulturangebot ähnlich oft wie die Menschen aus dem Baselbiet. Auf Bundesebene besteht die gesetzliche Möglichkeit, eine solche Finanzierung sicherzustellen.

Stellungnahme CVP Basel-Stadt Kulturleitbild 2020-2025

Kontakt