16.04.2020 / Communiqués / / , ,

Zum Ende der Baselworld

Nachdem diese Woche die grossen Marken Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard als Aussteller ausgestiegen sind ist nun klar, dass die Baselworld nicht mehr im bisherigen Rahmen stattfinden wird. Die Basler CVP ist über diese Entwicklung enttäuscht, macht sich Sorgen über die Konsequenzen für die Region und fordert die Fokussierung auf das Kongresswesen.

Die Baselworld war das Highlight in der Messestadt Basel. Ganze Branchen und auch der Kanton haben fest mit ihr gerechnet und sich daher langfristig auf sie ausgerichtet. Entsprechend enorme Summen wurden in Personal und Infrastruktur investiert. Nun ist ihre Zukunft so unsicher wie noch nie. Nach dem überraschenden Rückzug der grossen Marken Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard ist die gesamte Existenz der Messe in Frage gestellt. Es ist bereits klar, dass sich die enormen Investitionen des Kantons und der Hoteleriebranche zu einem beachtlichen Teil in grossen Abschreibungen und wohl auch einigen Konkursen niederschlagen werden. Das stellt eine bittere Entwicklung dar – gerade jetzt, wo die Gastronomie und der Tourismus durch die Corona-Krise ohnehin schon grosse Einbussen erleidet.

Das Verwaltungsrat der MCH Group zeigt sich nach dem Rückzug der Luxusmarken überrascht. Tatsächlich scheint es so, dass die gennanten Marken den Ausstieg seit längerem geplant hätten und die durch die Pandemie bedingte Verschiebung der Baselworld zum Vorwand nahmen, Basel endgültig den Rücken zu kehren. Dennoch macht sich deutlich, dass es auch der neuen Messeleitung – und nach wie vor dem Verwaltungsrat – nicht gelungen ist, eine auf beidseitiges Vertrauen und Offenheit basierende Geschäftsbeziehung zu ihren wichtigsten Kunden zu entwickeln oder entsprechende Warnsignale zu erkennen.

Dies lässt der Führung der MCH Group zweifeln. Zumindest aber muss ihr eine fatale Naivität attestiert werden in der Einschätzung ihrer Beziehungen zu diesen im harten globalen Wettbewerb agierenden Firmen der Luxusgüterbranche. Die Verantwortlichen werden sich nun den politischen, juristischen und wirtschaftlichen Vorwürfen stellen müssen.

Vor allem für das lokale Gewerbe wäre das Verschwinden der Baselworld mit massiven negativen Folgen verbunden. Zulieferer, Messebau, Floristen, Hotels, Restaurants – sie alle  werden nun grosse Einbussen hinnehmen müssen. Dies nicht nur im Kanton Basel-Stadt, sondern auch in den angrenzenden Kantonen und unsrer grenzübergreifenden engvernetzten Dreiländerregion.

Es gilt also dringend, Alternativen zu finden: Nicht ganz so einträglich, aber in Betracht verschiedener weiterführenden Aspekten lohnenswert könnte die Fokussierung auf das Kongresswesen sein. Bereits am Anfang des Jahres reichte die Basler CVP einen Anzug ein, der verlangt, dass der Kanton die MCH Group unterstützt bei der Akquirierung von grossen internationalen und nationalen Kongressen. Basel hat grundsätzlich stabile Voraussetzungen, eine national und international anerkannte Messestadt zu bleiben und vor allem auch, sich künftig als Kongressstadt zu etablieren.

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