04.06.2020 / Communiqués / /

Ganzheitliches Abfall- und Recyclingkonzept für Basel

Die geplante Glas-Gebühr ist ein unausgegorener Schnellschuss. Basel-Stadt braucht endlich ein innovatives, ganzheitliches Abfall- und Recyclingkonzept. Die CVP Basel-Stadt fordert von der Regierung ein grundlegendes Überdenken des Abfall- und Recyclingsystems für unseren Kanton.

Das Gratis-Recycling von Glas, Metall und Papier bewährt sich in Basel seit Jahrzehnten. Wo uns aber Nachbarländer voraus sind: Beim Recycling von Kunststoffen sind Frankreich und Deutschland längst weiter, so dass auch Privathaushalte diese Abfälle ganz niederschwellig dem Recycling zuführen können. Stichwort: „Gelber Sack“. Und besonders schmerzlich: In Basel fehlt es an genügend praktikablen Möglichkeiten, seine Rüstabfälle und andere kompostierbaren Abfälle fachgerecht zu entsorgen. Vielen in Basel bleibt nichts anderes übrig als: „Ab in den Bebbi-Sack!“ Das tut weh. Hier bestehen seit Jahren politische Fordrungen – passiert ist herzlich wenig.

Bei allem Verständnis für die finanziellen Kalkulationen der Stadtreinigung: Basel ist ins Hintertreffen geraten und wird es mit der geplanten Glasentsorgungs-Gebühr noch weiter kommen. Das Littering haben unsere Behörden nach wie vor nicht im Griff. Kaum auszudenken, wenn nun noch vermehrt Glas liegenbleibt – so würde sich zB die Gefahr von Verletzungen durch Scherben noch deutlich verschärfen, aber auch die Brandgefahr (Lupeneffekt) in den immer häufiger zu erwartenden Trockenperioden erhöhen. Das kann es nicht sein!

Statt an den einzelnen „Abfall-Komponenten“ herumzuschrauben, braucht es endlich einen ganzheitlichen, neuen Ansatz für Entsorgung, für Recycling und gegen das Littering. Basel hat hier zu lange wenig Pionier-Geist bewiesen. Singuläre Lösungen und Schnellschüsse, wie die Glasgebühr, sind nicht zielführend, sonder bedeuten weiteren Rückschritt. Das Thema ist komplex und muss ganzheitlich und auch in Abstimmung mit Nachbarkantonen betrachtet werden. Und warum nicht auch vermehrt über die Grenzen denken?

Die CVP Basel-Stadt fordert von der Regierung ein grundlegendes Überdenken des Abfall- und Recyclingsystems und einen innovative, technisch fortschrittlichen und  ganzheitlichen Ansatz für diese komplexe und immer wichtiger werdende Thematik. Es braucht für unseren Kanton, ein Konzept, das alle Komponenten umfasst und zukunftsweisende, nachhaltige und ökonomische sowie gewerbeverträgliche Lösungen vorsieht, die für die Menschen in Basel tragbar und praktikabel sind, auch wenn sie keinen eigenen Garten und kein Auto haben. Basel kann es sich leisten, hier neue Wege zu gehen, im Interesse der Standortqualität und der Umwelt. Grossrätin Beatrice Isler hat bereits Kontakt zur zuständigen Amtsleitung aufgenommen und Fraktionspräsidentin Andrea Knellwolf plant einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss.

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