02.02.2021 / Communiqués / /

Die Mitte Frauen Basel-Stadt würdigen drei ganz besondere Daten: 7. Februar, 6. Juni und 31. Oktober 1971

Am 7. Februar 1971 das Ja der Männermehrheit, am 6. Juni 1971 erster Urnengang für Frauen und am 31. Oktober 1971 die ersten Parlamentswahlen mit und für Frauen. Diese drei wichtigen Schritte sind Grund genug für eine aussergewöhnliche Würdigung: Am 6. Juni wird sich ein Poetry Slam ausschliesslich um das 50-Jahr-Jubiläum und um Gleichberechtigung drehen. So soll das immer noch aktuelle Thema ins Bewusstsein gerufen werden, vor allem auch bei der jüngeren Generation.

Zur Frage des Frauenstimmrechts kam es nach unzähligen verschiedenen Anläufen – über Jahrzehnte hinweg unternommen – sowie kleineren Erfolgen in einzelnen Kantonen und Gemeinden im Jahr 1959 endlich zur ersten gesamtschweizerischen (Männer-)Volksabstimmung. Der Urnengang endete in einem monströsen Debakel. Mit einer Zweidrittelsmehrheit wurde das Anliegen abgeschmettert. Dann aber immerhin: Am 7. Februar 1971 – also zwölf Jahre später – erfolgte die Korrektur. Mit einer ebenso eindeutigen, aber umgekehrten Mehrheit wurde den Frauen nun die längst fällige politische Gleichstellung auf Bundesebene zuerkannt. Praktischen Gebrauch machen konnte die weibliche Bevölkerung von ihrem neuen Recht erstmals bei den eidgenössischen Abstimmungen vom 6. Juni 1971. Und noch im gleichen Jahr, nämlich am 31. Oktober, fanden die ersten Wahlen ins Bundesparlament unter Mitwirkung der Frauen statt.

Es ist angezeigt, im laufenden Jahr der drei Termine zu gedenken, liegen diese doch mittlerweile ein halbes Jahrhundert zurück. Dabei soll einerseits grundsätzlich an die wichtigen Vorgänge erinnert und diese auch den jüngeren Generationen bewusst gemacht werden. Anderseits gilt es, den Anlass der bedeutenden geschichtlichen Daten zu nutzen, um darauf hinzuweisen, dass i.S. Gleichstellung auch heute noch in manchen Bereichen Handlungsbedarf besteht.

Es darf uns noch heute mit Stolz erfüllen, dass CVP-Frauen bei den damaligen Wahlen gut abgeschnitten haben. Von den elf neuen Nationalrätinnen gehörten drei unserer Partei an. Diese Politikerinnen, die später aufgrund ihrer beachtlichen Leistungen bald schweizweit bekannt wurden, sollen nachstehend kurz namentlich erwähnt werden (in alphabetischer Reihenfolge): Elisabeth Blunschy-Steiner, Kanton Schwyz, wurde 1977 erste Nationalratspräsidentin; Josi Meier, Kanton Luzern, wurde – nach zwölf Jahren im Nationalrat – erste Ständerätin ihres Kantons und 1991 erste Präsidentin der Kleinen Kammer; Hanny Thalmann, Kanton St. Gallen, die u.a. als erste Frau an der Handelshochschule St. Gallen den Doktortitel erworben hatte.

Speziell für Basel-Stadt erwähnenswert ist Gertrud Spiess. Sie gehörte zwar nicht zu den ersten Frauen, die in den Nationalrat einzogen, schaffte diese Wahl aber im Jahr 1975 als erste Baslerin. 1959 hatte sie sich am berühmten Streik der Lehrerinnen des Basler Mädchengymnasiums beteiligt und war ab 1968 Mitglied des Grossen Rates, den sie im Jahr 1975 als erste Frau auch präsidierte.

Die beschriebenen markanten Entwicklungsschritte wollen wir nach 50 Jahren mit einem Jubiläumsanlass würdigen. Da das erste Datum aus bekannten Gründen hiefür nicht in Frage kommt, laden Die Mitte Frauen Basel-Stadt, zusammen mit FrauenBasel.ch, auf den 6. Juni 2021 ein zum:

 

Poetry Slam «50 Jahre Frauenstimmrecht und Gleichberechtigung»

Sonntag, 6. Juni 2021, 14.00 – 16.00 Uhr, im SUD Basel

Moderation: Daniela Dill und Dominik Muheim

Tickets via www.FrauenBasel.ch 

 

Wir danken den Sponsoren Christoph Merian Stiftung, alliance F, Stiftung Mercator Schweiz, FrauenBasel.ch und Die Mitte (vormals CVP) Basel-Stadt

 

Kontakt:

Beatrice Isler, Präsidentin Die Mitte Frauen Basel-Stadt, 079 759 78 77

Dr. Sibylle von Heydebrand, www.FrauenBasel.ch, 079 472 74 49