Die Parteien im Überblick
Die folgende Übersicht beschreibt die Parteien nach Gründung, programmatischem Schwerpunkt und regionaler Verankerung. Sie enthält keine Wertung und keine Wahl- oder Abstimmungsempfehlung. Die Sitzverteilung ändert sich mit jeder Wahl; massgebend sind jeweils die amtlichen Resultate.
Die vier Bundesratsparteien
Schweizerische Volkspartei
Entstanden 1971 aus dem Zusammenschluss der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei mit der Demokratischen Partei, mit Wurzeln im ländlichen Protestantismus der Deutschschweiz. Programmatisch im Zentrum stehen die Begrenzung der Zuwanderung, die Souveränität gegenüber internationalen Verpflichtungen, tiefe Steuern und Abgaben sowie die Landwirtschaft. Seit den 1990er-Jahren die wählerstärkste Partei, stark in der Deutschschweiz, mit eigenständigen Ausprägungen in einzelnen Kantonen.
Sozialdemokratische Partei
1888 gegründet, historisch aus der Arbeiterbewegung hervorgegangen. Schwerpunkte sind der Ausbau der sozialen Sicherung, Verteilungsfragen, Gleichstellung, Service public und eine engere Anbindung an Europa. Verankert vor allem in den Städten und Agglomerationen sowie in der Westschweiz.
Die Mitte
Entstanden am 1. Januar 2021 aus dem Zusammenschluss der Christlichdemokratischen Volkspartei mit der Bürgerlich-Demokratischen Partei. Die CVP wiederum ging aus der katholisch-konservativen Tradition hervor und war über Jahrzehnte in den katholischen Kantonen der Innerschweiz, im Wallis und in Freiburg dominant. Programmatisch stehen Familienpolitik, Gesundheitskosten, Kompromissfähigkeit und der Ausgleich zwischen Wirtschaft und Sozialem im Vordergrund. Zur Geschichte der Basler Kantonalsektion siehe Die CVP Basel-Stadt.
FDP.Die Liberalen
Die freisinnige Bewegung prägte die Gründung des Bundesstaats 1848 und stellte über Jahrzehnte die Mehrheit im Bundesrat. Die heutige Partei entstand 2009 aus dem Zusammenschluss der Freisinnig-Demokratischen Partei mit der Liberalen Partei. Im Zentrum stehen Wirtschaftsfreiheit, tiefe Regulierungsdichte, offene Aussenwirtschaftspolitik und Eigenverantwortung. Stark in wirtschaftlich orientierten Kantonen und in den Städten mit liberaler Tradition, darunter Basel.
Weitere im Parlament vertretene Parteien
| Partei | Entstehung | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| Grüne | 1983 als nationale Partei | Klima- und Umweltpolitik, Verkehrswende, Biodiversität, soziale Anliegen |
| Grünliberale Partei | 2007 | Ökologische Lenkungsabgaben verbunden mit wirtschaftsliberaler Ausrichtung |
| Evangelische Volkspartei | 1919 | Christlich-soziale Positionen, Sozial- und Familienpolitik, Suchtprävention |
| Eidgenössisch-Demokratische Union | 1975 | Wertkonservative Positionen auf christlicher Grundlage |
| Partei der Arbeit | 1944 | Linke Positionen in Verteilungs-, Miet- und Arbeitsfragen |
| Lega dei Ticinesi | 1991 | Regionalpartei im Tessin, Grenz- und Verkehrsthemen |
| Mouvement Citoyens Genevois | 2005 | Regionalpartei in Genf, Arbeitsmarkt und Grenzgängerfragen |
Warum Kantonalparteien abweichen
Parteien sind föderal aufgebaut. Die Kantonalparteien sind eigenständige Vereine mit eigenen Statuten, eigener Kasse und eigener Nominationshoheit. Sie können bei Abstimmungen von der nationalen Parole abweichen, und ihre programmatische Ausrichtung unterscheidet sich teils deutlich. In Basel-Stadt etwa besteht mit der Liberal-Demokratischen Partei eine kantonale Partei, die im Bund der FDP-Fraktion zugerechnet wird. Mehr zur kantonalen Ebene steht bei Kanton Basel-Stadt.
Zur Einordnung dieser Seite
Die Beschreibungen fassen die programmatischen Selbstdarstellungen und die verbreitete politikwissenschaftliche Einordnung zusammen. Für die jeweils aktuelle Position zu einer konkreten Vorlage sind die Parolen der Parteien massgebend, nicht diese Übersicht.
Häufige Fragen
Wann entstand die Mitte?
Am 1. Januar 2021 aus dem Zusammenschluss der CVP mit der BDP. Die Kantonalsektionen vollzogen die Umbenennung teils zeitversetzt.
Welche Partei ist die stärkste?
Gemessen am Wähleranteil bei Nationalratswahlen ist es seit den 1990er-Jahren die SVP. Die Rangfolge dahinter verschiebt sich von Wahl zu Wahl.
Warum vertreten Kantonalparteien manchmal andere Positionen?
Weil sie eigenständige Vereine mit eigener Nominations- und Parolenhoheit sind. Die nationale Partei kann ihnen keine Position vorschreiben.